Es ist nie zu spät für ein zweites berufliches Kapitel.
- Franchisenehmerin
- Interview
Ich war ein neugieriges Kind. Einen festen Berufswunsch hatte ich nie. Mal waren es Tiere, mal Kunst, mal Mathematik. Vielleicht erklärt genau das, warum ich mich später getraut habe, noch einmal einen ganz neuen Weg einzuschlagen.
Ich habe mehr als 18 Jahre für die britische Bank HSBC beziehungsweise deren Tochter HSBC Transaction Services gearbeitet, zuletzt als Direktorin und Bereichsleiterin im institutionellen Kundenmanagement. Ich habe große Teams geführt, Verantwortung übernommen und die Arbeit sehr gerne gemacht. Gleichzeitig habe ich dort gelernt, wie wichtig Vertrauen, Verlässlichkeit und gute Beziehungen sind. Werte, die mich bis heute begleiten.
Die Entscheidung fiel nicht über Nacht. Als die HSBC ankündigte, ihr Deutschlandgeschäft weitgehend aufzugeben, ergab sich für mich die Chance, mein Berufsleben neu zu gestalten. Ich habe mich gefragt: Wenn ich noch einmal neu anfangen darf, was möchte ich wirklich tun? Die Antwort war schnell klar. Ich wollte mit Menschen arbeiten, etwas Sinnvolles tun und Familien konkret unterstützen. Durch die Erfahrungen mit meinen Schwiegereltern, bei denen schließlich eine Betreuungskraft einzog, wusste ich aus eigener Anschauung, wie sehr gute Betreuung das Leben einer ganzen Familie verändern kann. So führte mich mein Weg zur Pflegehilfe für Senioren und schließlich in die Selbstständigkeit.
Selbstständigkeit war für mich nie ein Fremdwort. Mein Mann führt seit vielen Jahren einen ambulanten Pflegedienst, sodass ich die Chancen, aber auch die Verantwortung gut kannte. Früher habe ich auf unseren morgendlichen Hunderunden durch den Wald manchmal die Augen verdreht, wenn zwischen Vogelgezwitscher und Waldruhe schon wieder sein Handy klingelte. Heute muss ich darüber lächeln. Inzwischen schauen wir fast scherzhaft, wessen Telefon häufiger klingelt. So ändern sich Perspektiven.
Mein Arbeitsalltag ist deutlich selbstbestimmter geworden. Ich hetze nicht mehr von Meeting zu Meeting, sondern kann meine Zeit sinnvoll einsetzen. Gleichzeitig endet der Arbeitstag manchmal eben auch nicht um 17 Uhr. Wenn eine Familie kurzfristig Unterstützung braucht oder ein Krankenhaus überraschend entlässt, bin ich auch am Wochenende erreichbar. Das gehört dazu. Der Unterschied ist: Ich tue es gerne, weil ich weiß, warum ich es mache.
Mein Alltag ist heute deutlich flexibler als früher. Gleichzeitig verschwimmen Beruf und Privatleben stärker. Ich erinnere mich noch gut an einen meiner ersten Kunden. Ich war gerade beim Laufen, als das Telefon klingelte. Eigentlich war nichts passiert, was nicht auch eine Stunde hätte warten können. Trotzdem hatte ich sofort das Gefühl, umdrehen und mich kümmern zu müssen. Heute weiß ich: Gute Betreuung braucht Engagement, aber nicht hektischen Aktionismus. Diese Gelassenheit musste ich erst lernen. Dafür genieße ich heute die Freiheit, meinen Alltag selbst gestalten zu können.
Ganz klar: Sie stützt. Natürlich gibt es Standards und Prozesse, aber genau das ist eine große Stärke. Allein könnte ich weder die technischen Systeme noch die Zusammenarbeit mit den zahlreichen Partneragenturen in dieser Qualität aufbauen. Gleichzeitig bleibe ich vor Ort eigenständig und nah an meinen Kunden. Für mich ist das die ideale Kombination aus unternehmerischer Freiheit und einem starken Netzwerk
Jana Steinmeyer
Nach über 18 Jahren in leitenden Funktionen bei der HSBC entschied sich Jana Steinmeyer bewusst für ein zweites berufliches Kapitel. Heute ist sie Franchisepartnerin der Pflegehilfe für Senioren und begleitet Familien bei der Suche nach einer passenden Betreuungslösung. Dabei verbindet sie ihre langjährige Führungs- und Managementerfahrung mit dem Wunsch, Menschen in herausfordernden Lebenssituationen zuverlässig zu unterstützen.